Wie nett, dass uns die Lehrer der Medienschule zur Welcome-Party eingeladen haben. Nun, ich also zu meinen Gasteltern in gebrochenem Japanisch, dass ich wohl später kommen möchte (sehr spät) und ob das ok wäre weil so und so. Die also: Ja, klar, kannst kommen wann Du willst – und nein, ich hab mich nicht verhört und dreimal nachgefragt. Mit diesem Beitrag habe ich endlich wieder aufgeholt und kann in Ruhe wieder Fotos vorbereiten, bevor ich abends ins Bett falle. Apropos…

Ich komme also um halb 2 von der Party mit Schülern und Lehrern (die zum Teil jünger sind als ich) zurück, Jolinka war seit 11 zu Hause wegen letzter Zug und so. Ich nicht, bin ja fahrradtechnisch ausgestattet. Hab auch nicht grade so viel gesoffen, dass ich vom Rad falle. Mach ich ja nie. ALso no problem. Ha, denkste. Ich bin zu spät, sie hätten sich Sorgen gemacht. Ja super, wann wäre denn nicht zu spät gewesen? Man hatte uns ja eingetrichert, dass wir mit unseren Gasteltern aufpassen sollen bei diesen Dingen (Heute muss ich zum Dinner um halb acht zu Hause sein. Super). Und trotzdem hab ich es voll geschafft, dass meine Gasteltern nachts rumtelefonieren und die Leute aus dem Bett jagen. Ja super. Und sonst machen Sie immer Einen auf Westlich. Nein, trotzdem immer alles Bestens und nett, bis auf das. *fett seufz*

Immer noch kein Erdbeben gefühlt. Ja wo sind die denn alle? Habe heute auch herausgefunden, dass für Radfahrer so gut wie keine Verkehrsregeln gelten. Die eine Hälfte fährt ohne Licht, die Andere auf der falschen Straßenseite. Ich fange an mich daran und an den Linksverkehr zu gewöhnen. Fußgänger und Radfahrer bewegen sich wild gemischt aber unfallfrei, was mich sehr begeistert. Jeder passt sehr auf, deswegen geht das super und man kommt auch in Menschenmengen mit dem Fahrrad voran.

Heute haben wir kaum Betreuung gehabt und im Lehrerzimmer rumgesessen, dezent gesurft aber nur am abgesicherten japanischen Laptop und japanische Designermagazine und –bücher gelesen. Ein Lehrer hat mich und Jolinka morgen zum Abendbrot eingeladen. Heute Mittag auch schon, da gab es Soba. Fehlt mir nur noch Ramen, dann habe ich die Bekanntesten japanischen Gerichte durch.

Ein bisschen schade ist, dass kein Japaner meine Sprache korrigiert, erst auf hartnäckige Nachfrage. Auch sieht man nicht sofort, dass jemand etwas nicht versteht. Man sieht eher, wenn jemand etwas endlich versteht. Ich lande schon früh im Bett, da es schon um 7 Uhr aufstehen heißt, und außerdem ist Deutsch und Englisch Mangelware, so das für mich der ganze Tag aus Rätseln besteht.


1 Kommentar

Matez · 1. September 2009 um 00:14

Irgendwie typisch japanisch: super gastfreundlich aber eben, hmm, nicht allzu direkt :-)

Ich genieße auch gerade das Hotel Mama und könnte mich daran gewöhnen…

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