Nikko

Heute ging es mit der Gastfamilie nach Nikko. Nikkō liegt etwa 140 Kilometer nördlich von Tokio in den Bergen der Präfektur Tochigi. Obwohl das Wetter diesig und der Himmel bedeckt war, war es recht spannend. Zeitweise jedoch war es nur eine Mischung aus einem österreichischem Bergsee und totkommerzialisierter Shinto-Tempel-Besichtigung. Wer das geheimnisvolle Japan sucht, sollte um Nikko und seine Touristen einen großen Bogen ziehen. Zugegeben, für den ersten Besuch hat es sich gelohnt, denn die Landschaft ist wirklich schön und die sehr alten, bemoosten Tempel sehr anschaulich.

Von den allgegenwärtigen Affen habe ich aber keinen Einzigen gesehen. Das mag auch daran liegen, das meine Gasteltern nicht die Jüngsten sind und wir eigentlich alles meiden müssen, wo man viel laufen oder Treppen steigen muss. Trotzdem bewundernswert, wie fit meine Gastmutter auf der Heimfahrt noch war, während Gastpapa und ich weggeschnarcht sind und ich bereits abends um 9 im Futon sitze. Denn Sonntag gehts ja um 10 schon wieder los, diesmal mit dem Sensei. Ich habe mich immerhin mit einem Abendessen im Restaurant bedanken dürfen.

Es ist schon so schwer genug, den Japanern alles ihre Ausgaben zu vergelten. Ich werde wie die meisten anderen Deutschen auch rein rechnerisch tief im Minus stehen, wenn ich Japan verlasse. Ich darf keine Eintrittskarte selbst bezahlen und kein gemeinsames Essen, es sei denn ich lade ausdrücklich dazu ein. Gucke ich etwas zu lange an, landet es als Geschenk in meinen Händen, wenn ich mich nicht energisch wehre. Manchmal kann das ganz schön in Verlegenheit bringen.

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