Planschbecken

Die letzten drei Tage waren soweit unspektakulär, als dass ich in der Schule meines Praktikums begleitet von Jolinka und zwei Praktikanten/Lehrern/Studenten quasi ein Sightseeing nach dem Anderen mache (Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, was sie nun eigentlich genau sind und machen). Wobei Sightseeing so ungerechtfertigt ausgedrückt ist. Wir nehmen immer den Van der Schule und fahren in der Stadt, um uns zum Beispiel Möbelhäuser anzuschauen (interior design) oder andere Shops, die alle irgendwie etwas mit Design zu tun haben. Zum Beispiel auch Mode. Oder komische unterirdische Ausgrabungen oder Tempel und Schreine.

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Es gibt hier in Japan einige geile Dinge, die ich gern in Europa sehen würde. Dazu gehören zum Beispiel die tollen Muster auf Stoffen und Geschirr sowie Gardinen und Raumteilern. Die Möbel selbst sind hier allerdings weitestgehend die gleichen wie im Westen, wenn es nicht grade um die typischen Sitzmöbel eines Japaners geht. Das mit dem Sightseeing hat allerdings nächste Woche ein Ende. Jolinka hat ihren Stundenplan schon, ich bekomme meinen aber sicherlich auch noch.

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Merchandising hat Ghibli immer und überall am Meisten.

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Diesen Film als Quasi-Nachfolger von “Das Mädchen, das durch die Zeit sprang” muss ich sehen. Summer Wars.

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Nach der Schule lande ich dann im Internetcafé, dessen Leckereien und Getränke zwar sauteuer, aber saugut sind. Jedenfalls bis gestern, denn seit heute weiß ich einen anderen Weg, an Internet zu gelangen. Der ist zwar heikel, aber no risk no fun.

Am Samstag durfte ich zwischen Japanern planschen. Ich kam endlich zu meinem ersten Onsen-Besuch. Wir fuhren zwei Stunden aus Utsonomiya raus und nach kurzem Zwischenstopp auf einer Obstplantage, dessen Besitzer mit meinem Gastpapa befreundet ist, gelangten wir zu dem Ferienhäusschen meiner Gasteltern. Okay, nennt es vielleicht lieber Wochenendschuppen, aber es genügt um drin zu schlafen. Gut, dass der heranziehende Taifun uns erst am Montag mit abnormalen Regenmengen beglücken soll.

Der Onsen selbst – nun, ich habe noch nie etwas Fremdartigeres erlebt. Es ist schwierig zu beschreiben, aber sobald man ein japanisches Badehaus betritt – noch dazu kein Modernes, sondern eher ein Traditionelles – legt man mit sämtlichen Klamotten auch den letzten Rest der eigenen Kultur ab, möchte man meinen. Das schützt zwar nicht davor, von sämtlichen japanischen Gästen des Badehauses entgegen aller japanischen Sitte mit Blicken auseinander genommen zu werden, doch vermittelt es absolut das Gefühl, jetzt dazu zu gehören. Nicht viele Gaijin verirren sich in einen traditionellen Onsen, noch dazu einen, der vor allem sehr alten Mitgliedern regelmässig als Bade- und Heilanstalt dient.

Daher kam ich nicht nur in das Vergnügen, in einem klassischen Onsen zu Baden. Nein, auch die zwei anderen Becken probierte ich aus, zusammen mit Gastpapa. Diese enthielten eine Art Kräuterbad (Er nannte es „plant drugs“) und riechen etwas gewöhnungsbedürftig. Sobald man aber in dieser Brühe drin sitzt, hat man andere Sorgen. Die ist nämlich so kräftig, dass manche Körperstellen anfangen, verflixt zu brennen. Davor hat man mich schon gewarnt, aber ich wollte es ausprobieren. Ich war nur überrascht, dass das, was brannte, keineswegs der Oberarm war, den man mir gezeigt hatte.

Die Japaner haben auf mich mit gemischten Gefühlen reagiert. Die Hälfte, die mich nicht ignoriert hat, schien aus dem Onsen zu flüchten oder fing sofort an, mich sehr freundlich interessiert auf Englisch direkt und ohne Hemmungen vollzuquasseln. Und ja, ich hatte mich vorher gewaschen. Ein Japaner, der grade ausstieg, spritzte mir angeblich ganz aus Versehen die eklige Kräuterbrühe ins Gesicht. Oh, ich bin sicher, das war absolut aus Versehen. Nachdem wir ein halbes Dutzend mal die Becken gewechselt hatten, war der Spuk auch schon wieder vorbei. Es gab dann noch Ramen zum Abendbrot.

Auf jeden Fall ist diese Einrichtung nicht vergleichbar mit einem europäischen Schwimm- oder Thermalbad. Die Leute verhalten sich dort wie eine große Familie. Die Sachen liegen offen herum, die Leute sitzen und liegen auch herum. Ich habe natürlich keine Kamera einschmuggeln können und wollen. Aber den Onsen gibt’s auch im Web. Ein wenig blind  durchklicken und man findet ein paar Fotos.

Am Sonntag besuchten wir noch einen weiteren Freund meines Gastpapa und auch touristische Ziele in der Nähe. Leider kann ich im Moment nicht rekapitulieren, wie die Region hieß. War auf jeden Fall ein sehr amerikanisches Touristendorf entlang der Straße mit hochgezogenen Fresstempeln und einem berühmten touristischen Ziel, allerdings hat mich das ganze etwas abgestossen, da es insgesamt nicht besonders japanisch rüberkam, durch die amerikanisierte Aufmachung und die ganzen Touristen.

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In Utsonomiya zurückgekehrt, erlebe ich live im Fernsehen den erdrutschartigen Sieg der Oppositionspartei im Fernsehen. Yay, we can. Die seit 40 Jahren regierende Altpartei wird abgelöst. Irgendwie verständlich, denn mit der Ankündigung, die Verbrauchersteuern von 5% auf 30% zu erhöhen (so erklärt man mir) hat sie sich schlagartig ins Jenseits befördert. Das Warum muss ich mir erst noch erfragen oder errecherchieren. Welche Partei begehtschon freiwillig Selbstmord – außer in Japan.

Das Leben in Utsunomiya

So, heute mach ichs kurz. Vielleicht. Alles Bestens, ich lebe mich zunehmend ein und alle sind zufrieden. Nur die Schuldirektorin macht noch nicht den Eindruck, als sei sie mit uns zweien sehr glücklich – wahrscheinlich interpretiere ich auch die Mimik falsch, denn sie spricht zwar deutsch, aber ist Japanerin denke ich. P1020386 Trotzdem, vormittags leichte Aufgaben am PC unter viel Betreuung, nichts wobei man sich verausgabt, aber wir wollen ja auch eher kommunizieren und die japanische Kultur kennen lernen, also ist es nicht schlimm. Dann Mittagessen mit den Sensei und zum Glück auf eigene Kosten. Etwas irritiert waren Jolinka und ich auf die direkte Frage, wie viel Geld wir fürs Essen ausgeben können. Wir hätten vielleicht nicht mit „egal“ antworten sollen, denn das schien für Erheiterung zu sorgen. Also sagten wir, das Gleiche wie der Praktikant. So gab es für 850 Yen (6 Euro) ein sehr leckeres klassisches Mittagessen mit Reis, Misosuppe und Gemüsen.

Nachmittags war Höflichkeitsbesuch beim Bürgermeister angesagt, das bedeutet ich bin jetzt Freundschaftsehrenbürger der Stadt Utsonomiya. Yay, man fühlt sich sehr geehrt. Da sahen sich das dutzend Deutsche Praktikanten in Utsonomiya mal endlich wieder, denn wir haben null Kontakt untereinander. Natasha wurde gezwungen, im Kimono zu erscheinen, doch der Kunstfaserstoff war alles andere als kühl, obwohl es hier mittlerweile dezent herbstlich wird (nur noch 25 statt 30 Grad oder so).

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Wir waren auch im lokalen Schrein Utsonomiyas. Dieser befindet sich mitten in der Stadt auf einem grünen Hügel gelegen. Sehr ästhetisch, leider wird die Ansicht grade von einem neuen Hochhaus zugebaut, so verkündet stolz ein Werbeplakat der Baufirma.

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Anschließend haben ich und meine Praktikumskollegin eine Einladung eines Gastvaters zum Umtrunk ausschlagen müssen, was sich als delikate Angelegenheit herausstellte. Denn wir wurden anschließend durch die Stadt begleitet (ganz zufällig auf dem gleichen Weg) was uns gezwungen hat, wieder in die Schule zurückzukehren, in der wir eigentlich gar nicht mehr erwartet wurden. Dort mussten wir uns dann die nächste Begründung überlegen, weshalb wir wieder aufgetaucht waren. Ich hoffe, das hat keine Konsequenzen… Aber was auch immer passiert, es ist alles nur eine große Übung in einer fremden Kultur.

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Zwischendurch grüßten uns drei junge Kerle auf dem Fahrrad mit Hallo an, einfach so. Sie waren nur neugierig, aber es zeigt sich sehr, dass Fremde in Japan immer noch sehr speziell sind. Wir fragten sie dann auch gleich nach dem nächsten Internetcafé. Dort musste ich mir für das gratis Internet einen Freischaltcode durch Eingabe der Mailadresse an meine Mailadresse schicken lassen. Ähhhh… da ich kein Internethandy habe wie jeder Japaner war dann die Lösung, die Mail am Festrechner zunächst abzuholen um dann den Laptop zu benutzen. Der Kellner war sehr hilfreich, wie die meisten Leute, vor allem Angestellte, es in Japan sind.

Deutschland ist nicht nur eine Servicewüste, Deutschland ist meiner Meinung nach in der Steinzeit, was zwischenmenschliche Beziehungen angeht. Ich stelle ständig fest, dass die Leute hier entweder gekonnt ignorieren (oder tatsächlich die Straßenseite wechseln) viel häufiger aber interessiert bis neugierig gucken und auch grüßen. Vor Allem, nachdem man im Bus Platz gemacht hat. Hallo!? Ab morgen fahre ich dann mit dem Fahrrad auf viel zu niedrigem Sattel in die Stadt. Geht dreimal schneller als Bus, der drei Runden extra dreht.

Heute habe ich etwas spät das Internetcafe entdeckt. Dann musste ich auch schon wieder zurück, und bin trotzdem zu spät gekommen. Ich hatte mich nicht etwa auf dem Rückweg im Dunkeln verfahren, sondern in 50 Metern Entfernung vom Haus ca. 15 Minuten lang das Haus gesucht, da in den Straßen an dem Hügel, wo ich wohne, alle Häuser ähnlich aussehen. Das war so gar nicht gut, der Gastpapa war nicht begeistert. Aber da ich gestern eine ganze Wassermelone mitgebracht hatte, hielt sich die Empörung, dass ich erst 7:45 statt 7:30 Uhr zu Hause war, in Grenzen.

Ich frage mich aber langsam, wie diese Berichte auf die Deutschen wirken, die mit allen Erdenklichen Freiheiten ausgestattet das hier lesen. Man muss dazu sagen, dass andere Praktikanten jüngere Gasteltern haben, die ihnen auch mehr Freiheiten einräumen. Aber ich habe damit kein Problem, denn nach um 20 Uhr war ich sowieso todmüde. Den ganzen Tag japanisch interpretieren geht tierisch auf die Knochen. Kleiner Witz am Schluss: Mein Fahrradweg in die Stadt, obwohl sehr direkt, führt nicht absolut unzufällig an mindestens zwei Polizeistationen vorbei… von denen gibt es hier aber sehr viele und sehr kleine. Oyasuminasai!

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Youth Summit 2009

Montag war Präsentation und Abschlussfeier im Goethe-Institut. Ich also noch schnell Krawatte und Anzug aus der Hand gelegt und zu Hause gelassen, sich wohl an die Temperatur-Katastrophe vor einigen Tagen erinnernd. Und es war kein Fehler, ich war allerdings etwas stinkig gegenüber den Deutschen, die in kurzer Hose und T-Shirt kamen. Den Japanern sehe ich das nach, die wurden vielleicht auch nicht informiert. Vorher haben wir aber noch kurz im nahe gelegenen Meiji-Schrein Harajuku-Omotesando vorbeigeschaut. Morgenpredigt der Priester in Begleitung unserer in drei Teile aufgesplitteten Reisegruppe. Dieses Spektakel hätte ich mir lieber gespart.

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Naja, dann gab’s halt Präsentationen, die inhaltlich wie zu erwarten war keine Meilensteine setzten. Das war meiner Meinung nach ja auch nicht das Hauptziel des Youth Summit, sondern das, was gestern passiert ist. Die Popkultur/Otaku-Gruppe erzählte von ihrem Besuch in Akihabara, den ich neidisch verfolgte und am Dienstag selbst reproduzierte. Deswegen sitze ich jetzt auch diesen Beitrag schreibend mit einem dutzend Blasen an den Füßen und einer ganzen Tüte Jagderfolg da.

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Nach den Präsentationen stellte uns die Vereinsleitung noch ihre Ideen und Träume für die Zukunft der Veranstaltung vor, die dieses Mal bereits doppelt so groß geworden war wie letztes Mal. Ich bin sicher, sie wird sich zu etwas ganz Besonderem entwickeln, wenn zwei Bedingungen erfüllt werden. Es müssen sich mehr Leute finden, die an diesen Verein bereit sind zu glauben und sich in ihm engagieren. Und die Administration darf den Boden unter den Füßen nicht verlieren. Ich weiß, so etwas aus meinem Munde, grade Ersteres.

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Ich habe gesehen, wie viel Arbeit und wie wenig Schlaf und Essen diese Leute investiert haben, um uns diese Woche zu bieten. Das verdient höchsten Respekt, insbesondere auch den drei Japanerinnen Haruka, Aya und Chiemi. Die haben ganze Nächte ohne Schlaf verbracht und dann auch das Frühstück ausgelassen. Dazu wäre nicht mal ich im Stande gewesen. Also großes Danke und Geschenke auf der Bühne. Die Organisationswut der Japaner ist ohnehin bewundernswert.

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Kleinste und Banalste Sachverhalte werden aufgeteilt, aufgeschrieben, in der Gruppe besprochen und dann wie am Schnürchen umgesetzt. Dermaßen penibel, dass es mir peinlich war, als ich das zweite Mal nach der Anzahl der Personen in meiner Dokumentationsgruppe gefragt wurde und keine Antwort wusste. Die Gruppe existiert allerdings zur Zeit quasi sowieso nicht, weil wir ja im hier und jetzt Leben und ich sogar für das Blog kaum Zeit aufbringen kann und manchmal sogar will.

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Na, dann ging‘s jedenfalls weiter mit einem extrem beeindruckenden und mitreißenden Konzert klassischer japanischer Musik. Ich weiß leider grade nicht, wie das Instrument heißt, aber die Bilder sprechen für sich. Des Weiteren waren die japanischen Trommler hautnah zu erleben, die wohl auch schon auf dem Japantag in Düsseldorf auf der Bühne standen, wenn ich nicht irre. Wahnsinn.

Es zeigte sich dann bei der Abschlussfeier, dass die Japaner nach einem Becher Bier schon kräftig Einen sitzen haben. Während die Deutschen noch todnüchtern herumstanden, flippten die Japaner bereits aus und sorgten für gute Laune. Dank geht auch an die DJJG für das leckere Buffet. Dann verfielen alle in eine Art Fotowahn zum Abschied jener Teilnehmer, die sich am nächsten Tag davon machen würden. Es wurden viele Geschenke ausgetauscht.

Ich verzog mich anschließend gegen neun Uhr noch mit Natasha nach Shibuya, um ein Eis zu essen und mir die Geschichte vom treuen Hund Hatchi erzählen zu lassen. Das scheint wirklich ihr Lieblingsplatz zu sein in Tokio. Die Amerikaner verfilmen die Geschichte übrigens offenbar grade mit Richard Gere. Das kann ja nur Hollywood werden, bäh. Und die Hauptrolle spielt kein Japaner? Naja.

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Tokio Sightseeing

Heute gibt’s wohl mehr Fotos als Text, denn diese sprechen für sich. Das erste Mal fühlte ich mich nicht hektisch herumkommandiert sondern konnte in die Kultur eintauchen und in einer kleinen Gruppe stressfrei Tokio erkunden. Unser Gruppenleiter führte uns nach Asakusa, wo Schreine und Tempel an die Kultur und Tradition Japans erinnern. Auf mich machte das alles einen sehr touristischen und kommerzialisierten Eindruck, und ich bin sicher den älteren Bewohnern Tokios geht es genauso. Shoganai, würden die Japaner sagen. Dem ist nicht zu helfen. Japan öffnet sich der Welt und muss lernen, damit klug umzugehen.

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Unsere Gruppe besteht ja zur Hälfte aus Japanern und Deutschen. Darüber hinaus haben wir ein sehr breites Spektrum an individuellen Eigenheiten der Teilnehmer. Japaner, die kein Englisch verstehen. Deutsche, die sich nicht so gut an die Kultur anpassen können wie andere. Japaner, die sich sehr typisch japanisch verhalten. Deutsche, die nicht merken, wenn sie den japanischen Gruppenleiter überrumpeln. Japaner, die sich überhaupt nicht japanisch benehmen (die Mehrheit, und eine gefährliche Mischung von kulturellen Stolperfallen).

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Die deutschen Teilnehmer, die sich zu benehmen wissen, mögen mir verzeihen, wenn sie das hier lesen. Ich bin zum Teil schockiert bis angewidert, wie sich manche deutsche Teilnehmer verhalten. Da wird dann einfach mal direkt nach einer Bootsfahrt gefragt, und mehrmals nachgehakt bis der Gruppenleiter einlenkt (und sich später nur mit Hilfe der japanischen Kollegin aus der Schlinge retten kann, um den Zeitplan seiner für uns akribisch vorbereiteten Tour einzuhalten). Und weil er dann wegen uns Trödlern einen Programmpunkt nicht erfüllen kann, muss er sich bei uns entschuldigen.

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Nun, zwischendurch waren wir gemeinsam zu Mittag. Echt genial. Auch wenn unser japanischer Gruppenleiter manchmal den Eindruck machte, als habe er zu viele Schlaftabletten genommen, war er sehr gut vorbereitet. Das Essen fand in einem typischen japanischen Restaurant auf Tatami statt, was für eine sehr unbequeme Sitzhaltung sorgte. Ich konnte dann aber endlich ein kleines Experiment veranstalten. Während sich die Deutschen selbst reichlich bedienten, bis die Kanne mit Wasser leer war, schenkte ich unserer ruhigen und stillen Typisch-Japanerin ein. Wie erwartet wurde mir angeboten, mir nachzufüllen. Es geht durchaus, sich an die Kultur anzupassen, ohne seine eigene Identität zu verlieren. Auch das korrekte Ablegen der Essstäbchen wurde von der Japanerin anerkennend zur Kenntnis genommen. Ich war echt happy, dass das ganze Anime gucken nicht völlig umsonst war. Gut, genug selbst beweihräuchert, es sind eben nicht alle auf dem gleichen kulturellen Wissensstand. Das Foto ist… naja ^^“

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Nach der Diskussion hieß es flott duschen, denn um halb acht ging es weiter zum O-Matsuri, dem alle drei Jahre stattfindenden Festival in Tokio. Leider macht es um 10 Uhr bereits zu, so dass wir nur einen Hauch dessen erhaschen konnten, was uns dort erwartet hätte. Es findet zwar am Sonntag noch einmal statt, aber da hat die DJJG schon einen Arbeitstag angesetzt, das heißt Diskussion und anschließende Präsentationsvorbereitung (Nach einem langen und ausflugreichen Tag).

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Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überraschen, aber ich frage mich, ob wenige Stunden interkultureller Austausch und das Anfertigen einer Präsentation am Sonntag Abend durch vom Reisen müde Teilnehmer so innovativ und zukunftsweisend sein können, wie es der Summit gerne wäre oder wie ihn die DJJG gerne hätte.
Und das nächste Mal: Wieviel Bier verträgt ein Japaner?