One more time, one more chance

Ich habe ja bisher aus Zeitmangel die Fotos der letzten Stunden in Utsonomiya genauso unterschlagen wie die letzten Stunden in Tokio und Akihabara sowie Odaiba. Hier in bunter Mischung also nachgereicht. Zunächst nehmen wir Aussicht aus dem Riesenrad in Odaiba, wo es anfing zu schütten, das erste Mal in Japan, dass mir der Regen ungelegen kam und dass er überhaupt kam. Was für eine melancholische Aussicht. Anschließend folgen Fotos aus Akihabara, den Stadtteil den ich am häufigsten besucht habe. Zum Schluss noch ein paar skurile Schnappschüsse aus Utsonomiya und dem Flugzeug über dem Ural. Vielen Dank, dass Sie mit mir geflogen sind!

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Live-Blog Japan aus Utsonomiya

Hallo Japan 2009 Reportage

Das war »Hallo Japan 2009«, auf Wiedersehen in Berlin 2010! Hier im Blog begann es mit diesem Eintrag. Ein zusammenfassender Beitrag mit sehr witzigen und authentischen Videoclips des gesamten Aufenthaltes sowie der letzten drei Tage folgt an dieser Stelle, sobald ich meinen Jetlag auskuriert und meine Kunden liebevoll gehätschelt habe Ende Oktober.

Macht’s gut und danke für den Fisch!

Wir sind wieder in Tokio angekommen, genauer gesagt im BumB in der Tokio Bay. Viel luxuriöser als das Yoyogi und die Zimmer viel geräumiger und sauberer. Wir haben zwar Dreibettzimmer, aber dafür eigene Dusche und kostenloses Internet. Schade, dass wir hier nur zwei Nächte bleiben werden. Heute abend hat es mich nach Odaiba gezogen, der ganze Tag war schon grau vernebelt aber das Riesenrad hat mich angefunkelt. Also bin ich einfach rübergefahren, denn wir befinden uns ja schon in der Bucht und ich musste quasi nur noch auf die Insel springen.

Leider habe ich die falsche Zuglinie erwischt, so dass ich statt über die Rainbow-Bridge zu fahren mich von unten angeschlichen habe. Dafür war die sechzehnminütige Fahrt mit dem Riesenrad auf der künstlichen Insel in der Tokiobucht sehr schön. Auf dem Weg zurück nach unten konnte ich mir dann überlegen, wie ich dem Regenguss entkomme. Aber da hatten die Händler bereits ihre Regenschirme ausgestellt und ich konnte mir einen für vier Euro ergattern.

Der Abschied von meinen Gasteltern am Morgen war herzlich, ich habe viele Geschenke mitbekommen und die Einladung, mit Familie wieder zu besuchen. Die Deutschen, die sich hier in der Tokio Bucht wieder getroffen haben (68 an der Zahl, sowie vierzig Japaner die uns noch einmal am Abend begleiten wollen) sind durchweg positiv gestimmt.

Fünf Minuten (Update)

Stellt man sich in Japan zur richtigen Zeit an die richtige Kreuzung, kann man ein interessantes Phänomen beobachten. Eine Schaar von uniformierten Schulmädchen auf dem Weg in die Shoppingmeile oder nach Hause, stets begleitet von einer Schaar uniformierter Schuljungen, wird im Takt der Ampel auf die Straße geworfen. Immer sind es Grüppchen, die lachend und feixend den restlichen Nachmittag damit verbringen, neue Anhängsel für ihre Handystraps zu kaufen, Purikuris zu schießen oder einfach in den zahlreichen Spielhallen mit dem UFO-Catcher ein bisschen Geld liegen zu lassen. “Ich hab mich heute mit der kleinen Schwarzhaarigen unterhalten” ist bei den ausländischen Gästen ein oft gehörter Spruch.

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Fang die Nudel

Kleines und vermutlich eins der letzten Updates aus Japan, denn wir haben Mittwoch Abend. Heute waren wir nochmal in Töpferei-Town Mashuko (oder so ähnlich) und haben uns die Finger schmutzig gemacht. Nicht der erste Ausflug mit unseren Mentoren der Medienschule, die das auch gleich öffentlich ausschlachtet – auf dem ersten Foto sieht man uns neben dem Maskottchen der Schule, auf dem letzten Bild vor dem Gebäude der Präfekturverwaltung Tochigi in Utsonomiya.

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Eines vorweg: Sorry, dass es zur Zeit so wenig Fotos gibt. Den ganzen Tag in der Schule sitzend muss man abends die Zeit zum Shoppen und Rumfahren nutzen. Wenn es dann mal Ausflüge gibt, sehe ich nicht den Sinn, irgendwelche Sake-Fabriken zu fotografieren. Aber auch sonst habe ich keine Ruhe, die wichtigen Dinge des Lebens zu fotografieren, und dieses Bild nur mal als Beispiel wie man es nicht macht.

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Ich hab noch nie mit Drehscheibe getöpfert, und im Schneidersitz werd ich es auch nicht noch einmal. Nach der halben Stunde bin ich kaum mehr hochgekommen. Ich versteh nicht wie manche Leute so sitzen können. Ich konnte es die letzten Wochen auch gut vermeiden. Na, jedenfalls habe ich so fünfeindrittel runde gefässähnliche Gegenstände hervorgebracht die mir die Lehrer unserer Schule, welche diesen Spaß veranstaltet hat,  dann nach Deutschland schicken werden. Gegen jeden Protest, der natürlich sinnlos war.

Anschließend haben wir Nudeln gefangen. Nagashi Somen zu essen ist schon eine kleine Herausforderung. Es wird derjenige satt, der mit Stäbchen am Besten umgehen kann. Außerdem eine gute Gelegenheit zu beweisen, wie gut entwickelt oder auch bei manchen Gästen unterentwickelt das Gespür für Rücksichtnahme gegenüber den anderen am Essen teilnehmenden ist, denn alle essen aus dem gleichen Topf und der ist irgendwann alle.

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Der weitere Plan für den Rest meines Japans sieht aus wie folgt: Donnerstag wird Kuchen gebacken für die Lehrer in meiner Medienschule, wo ich Praktikum mache seit drei Wochen. Natürlich nach dem Unterricht bis 5 Uhr Nachmittags. Freitag nochmal Unterricht und danach Souvenirs einkaufen. Mama und Papa haben gefragt, ob ich auch für alle schon was habe und haben sich anschließend den Rest des Abends den Kopf zerbrochen, was man wem mitbringen könnte. Ich habe versichert, dass meine Freunde schon gut versorgt sind. Denn das Souvenir ist das Image Japans in der Aussenwelt, haben sie gemeint. Freitag abend ist Abschlussparty in Utsonomiya, Samstag Mittag gehts nach Tokio. Abends werden wir wohl was mit unseren japanischen Freunden aus der Youth Week etwas unternehmen, Sonntagist freie Gestaltung und Abends Abschlussparty aller Teilnehmer. Montag gehts nach Deutschland zurück. Das heisst, vermutlich ab Samstag keine Blogeinträge mehr bis Dienstag.

Zurück zur Kultur. Überhaupt sind die Erklärungen für manche Dinge sehr interessant. So fragte ich, was es mit dem Bambusstab auf sich hat, der mit fließendem Wasser an einer Aufhängung für ein stetes wiederkehrendes hohles Klopfgeräusch sorgt. Ich kenne das bisher nur aus Anime, aber ich habe das auch schon hier in Japan gesehen, allerdings selten. Erklärt wurde mir der Sinn nach kurzem Lachen (“Weshalb? Haha…” a la: Wie kann man nur nach dem Wieso fragen) folgendermaßen: Die Japaner haben ein ruhiges Herz und ein ruhiges Wesen, die Stille ist ihnen ein hohes Gut und Ort der Konzentration. Der Stab symbolisiert den langsamen Herzschlag der Natur. Sehr spannend, ich werde jetzt nicht nachschlagen, wozu der Stab wirklich da sein könnte oder was andere Gründe sein könnten.

Ebenfalls interessant ist das Sozialverhalten der Schüler. Während der Unterrichtszeiten ist ein Kontakt nur schwer möglich, da diese sich dann in einer Art Schüler-Rolle befinden. Es mag ebenfalls daran liegen, dass sie nicht vor dem Rest der Gruppe ein Gespräch mit Deutschen anfangen werden. Auch befinden wir uns hier in Utsonomiya offenbar im Äquivalent eines Dorfes. Verglichen mit Tokio definitiv, denn die jungen Leute hier sind schüchtern wie sonstwas. Der Lehrer muss sie zum Teil erst zwingen, sich mit uns zu unterhalten.

Sitzen die Deutschen zu dritt zusammen, ist an einen Kontakt gar nicht mehr zu denken. Deswegen bin ich auch sehr enttäuscht, dass ich (pardon aber es ist nun einmal so) einen Ur-Deutschen als Klassenkameraden habe. Das führt dazu, dass ich nicht nur neben einem Deutschen im Unterricht sitze, sondern auch noch dazu genötigt werde, auf ihn zu warten, mit ihm Mittag zu essen und Sonstiges aus Höflichkeit oder Rücksichtnahme zu tun. Dies ist allerdings gar kein Vorwurf an ihn, sondern einfach eine unglückliche Situation. Was man vorwerfen könnte, wäre mangelhaftes Taktgefühl, denn nach den zum Teil sehr teuren Ausflügen der Lehrer mit uns kauft man als Abschiedsgeschenk einfach nicht im 100 Yen (1-Euro) Shop ein, sondern beisst eben mal in den sauren Apfel und gibt für die 50g-Tafel Lindt-Schokolade oder den Mini-Riegel Toblerone 3 Euro aus. Allerdings haben wir jetzt eine Lösung.

Und bitte erinnert mich daran, die Japaner beim Deutschlandbesuch vom Fahrradfahren abzuhalten, die überleben das nicht. In Japan gibt es kein schwarzweiß-Denken. Die Regel, dass man auf dem Fussweg nicht Fahrrad fährt oder auch Links-vor-Rechts im Straßenverkehr sind hier Dinge, die generell missachtet werden, wenn es die Situation erfordert. Dies ist zum Beispiel immer der Fall, wenn auf dem Fussweg noch ein paar Zentimeter Platz für ein Fahrrad sind.

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Das ist übrigens mein Lieblingsgeschäft, ich habe offenbar ein untrügliches Gespür für Süßes, denn ich habe mindestens den besten Tayaki-Shop der Präfektur aufgetan, so sagte man mir. Gefüllt wahlweise mit Vanillepudding oder süßen Bohnen. Die mit deutscher Kartoffelfüllung habe ich nicht probiert. Nach ein paar Stunden schon sind sie aber leider nicht mehr knusprig.

Komischer Tag

Bäh, mir ist schlecht. Das, wozu uns unser großzügiger und reicher Gastgeber heute einlud, war zwar teures russisches Essen. Doch nach drei Wochen Japan hat mir das Zeug den Rest gegeben. Zähes Steak und rot gefärbte Kartoffeln in Tomatensuppe (Barsz) sowie Pjeruschki (in Blätterteig?! Honto?). Das war genauso russisch wie die Sushi-Restaurants bei uns Japan repräsentieren. Trotzdem bin ich ihm dankbar, denn der Ausflug war spannend. Auch wenn ich die anschließenden Gastgeber bestimmt verärgert hab, weil ich sogar den Tee und den Keks stehen lassen musste, um nicht den Tisch vollzukotzen. Pardon.

Jedenfalls bestand der Tag bis dato weitestgehend aus Cruisen im Lexus mit zwischenzeitlichem Besuch in Töpferei-Stadt und einem echten, sehr großen Dojo. Das was Chrysler nicht mehr kann, nämlich schön verarbeiteten Innenraum und bequeme Sitze, kann Lexus. Schon beim ersten Gas geben blieb mir für einige Sekunden das Blut im Hirn stehen, Unser Sensei ließ keine Gelegenheit aus, uns seine Fahrkünste zu demonstrieren. Und generell fuhr er mittig auf der Straße und schien die Aussage seines Autos „Ich bin hier wichtig“ auch voll zu unterstützen, was manchmal zu empörtem Hupen führte. Wohlgemerkt: In Japan hupt man normalerweise zum Dank! Genauso oft betonte er wie selbstverständlich, wie stolz er auf sein Auto sei. Etwas ratlos aber keineswegs unangenehm berührt konnte ich ihm dankbar für den Ausflug einfach nur zustimmen, denn er hat ja recht.

Unser Ausflug endete dann auch im Lexus-Autohaus. Was ich dort an Service erlebte, grenzte ja schon an Perversion. Wenn man es als Deutscher sieht. Ich fand es Klasse und wünschte, wir wären in Deutschland so weit. Zunächst wurden wir von einer adretten jungen Dame freundlich und mit breitestem Lächeln im Gesicht begrüßt. Diese führte uns dann in den luxuriösen Innenraum, wo die Edelkarossen präsentiert aufgereiht standen. Was uns der Sensei als Konzert und später als Minikonzert in bestem Englisch ankündigte, stellte sich als Präsentation einer sehr teuren Lautsprechereinrichtung heraus. Diese war neben einem CD-Player aufgebaut und zu Kaffee und Kuchen, der uns gratis gereicht wurde, konnten wir den mitgebrachten Klassik-CDs des Sensei lauschen.

Leider hatte wohl jemand die Lautsprecher verkehrt angeschlossen, denn der Sound war grottig. In der Zwischenzeit wurde der Lexus des Sensei gratis einer Wäsche unterzogen. Wer jetzt immer noch nicht weiß oder recherchiert hat, was Sensei heisst: Das ist grob übersetzt „Lehrer“. Trifft aber in der Regel auch auf Ärzte und generell Personen mit höherem Wissensstand oder Spezialisten zu.

Nachdem es mir ja nicht so gut ging, wurde er nicht müde zu betonen, wie geil die Toiletten in diesem Autohaus seien. Also ging ich, obwohl ich nicht wollte, und wurde von sich mir entgegenkommenden Toilettendeckeln begrüßt. Ich musste keinen Finger krümmen. Alles Vollautomatisch. Krasse Scheisse. Nachteil: Der Deckel dachte ich sei schon fertig und klopfte am Rücken an. Automatik ist eben auch in Japan nicht automatisch intelligent. Ok, genug Klogeschichten. Am Abend gab’s Dinner.

Natasha kam mit Gastmama herüber, todschick angezogen. Der Rest des Abends ist eher privat und hat hier im Blog nichts zu suchen, aber es wurde viel gequatscht und viel Honne gesprochen (Die Japaner haben sich miteinander in unserer Anwesenheit offen über uns unterhalten, und zur Erleichterung nur positiv). Viel Kopfzerbrechen schien den Japanern Natashas Abenteuerlust zu bereiten, denn sie wird ja wieder nach Japan kommen. Wie sie hier das teure Leben, das teure Studium und sowieso den mehrmaligen Flug finanzieren will, war auch nachdem sie gegangen war noch Gesprächsthema Nummer eins. Den Japanern ist so eine mutige und auf Träumen, Optimismus und Abenteuerlust aufbauende Zukunft viel zu unsicher, ja völlig fremd und unverständlich.

Gut, ich habe es auch nur halbwegs geschafft ihnen mitzuteilen, dass und welche Sicherheiten es noch gibt, dass man vielleicht einmal im Leben auch mal die Freunde oder Familie zu Hilfe rufen kann (was man aber natürlich vermeiden wird) oder dass es immer einen Weg gibt, wenn man will und darüber hinaus ja ein bissel gescheit und weltoffen ist. Man erzählte mir, die Kinder wachsen hier auch sehr behütet auf. Naja, ich und Gastpapa begleiteten Natasha und ihre Gastmama dann noch nach Hause, Natasha und ich unter breitem Grinsen, denn die Straßen sind ja so unsicher hier.

Kurz vorm Gehen tauchte noch ne Schabe auf, was mir erst hinterher eingefallen ist, dass es ne eklige Schabe ist, denn das Viech sah hübsch aus. Ich also voller Interesse, Natasha voller Schutzinstinkt, und die Japaner mit voller tödlicher Empörung. Sie wurde dann doch noch lebendig nach draussen befördert, danke Natashas empörten Ausrufen in gebrochenem Japanisch, denen ich mich gerne anschloss. Jaja, die Gajins kennen eben keine Schaben in 7cm Größe.

Soviel für Heute. Fotos gibt’s keine höchstens eins (oder, Natasha, darf ich?) denn tagsüber hatte ich null Bock auf Fotos. Bericht aus Nikko am Samstag und Fotos die Tage mal. Das ist nichts, was es im Web nicht schon gibt.

Nikko

Heute ging es mit der Gastfamilie nach Nikko. Nikkō liegt etwa 140 Kilometer nördlich von Tokio in den Bergen der Präfektur Tochigi. Obwohl das Wetter diesig und der Himmel bedeckt war, war es recht spannend. Zeitweise jedoch war es nur eine Mischung aus einem österreichischem Bergsee und totkommerzialisierter Shinto-Tempel-Besichtigung. Wer das geheimnisvolle Japan sucht, sollte um Nikko und seine Touristen einen großen Bogen ziehen. Zugegeben, für den ersten Besuch hat es sich gelohnt, denn die Landschaft ist wirklich schön und die sehr alten, bemoosten Tempel sehr anschaulich.

Von den allgegenwärtigen Affen habe ich aber keinen Einzigen gesehen. Das mag auch daran liegen, das meine Gasteltern nicht die Jüngsten sind und wir eigentlich alles meiden müssen, wo man viel laufen oder Treppen steigen muss. Trotzdem bewundernswert, wie fit meine Gastmutter auf der Heimfahrt noch war, während Gastpapa und ich weggeschnarcht sind und ich bereits abends um 9 im Futon sitze. Denn Sonntag gehts ja um 10 schon wieder los, diesmal mit dem Sensei. Ich habe mich immerhin mit einem Abendessen im Restaurant bedanken dürfen.

Es ist schon so schwer genug, den Japanern alles ihre Ausgaben zu vergelten. Ich werde wie die meisten anderen Deutschen auch rein rechnerisch tief im Minus stehen, wenn ich Japan verlasse. Ich darf keine Eintrittskarte selbst bezahlen und kein gemeinsames Essen, es sei denn ich lade ausdrücklich dazu ein. Gucke ich etwas zu lange an, landet es als Geschenk in meinen Händen, wenn ich mich nicht energisch wehre. Manchmal kann das ganz schön in Verlegenheit bringen.

Tochigi-City und seine Menschen

Ich muss mal wieder was sinnvolles schreiben, anstelle nur Fotos von Hunden auf LSD zu posten. Freitag haben aufgrund von Klausuren unsere beiden Stammbetreuer wieder Tagesausflüge mit uns unternommen. Diesmal ging es mit Bahn und Rad nach Tochigi-City für ein wenig Geschichtsunterricht. In der Stadt sind einige alte Gebäude gut erhalten. Ja, da sind dann auch ein paar Fotos entstanden.

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Der Weg dahin und zurück war aber mindestens genauso interessant. Ich denke ich lasse einfach Bilder sprechen. Seit zwei Wochen schon geben sich unsere Lehrer die größte Mühe, damit uns nicht langweilig wird. Ich glaube, wir stehen inzwischen ziemlich tief in einer Art Dankeschuld. Mal sehen wie sich das zur Utsonomiya-Abschlussparty am nächsten und letzten Freitag lösen lässt.

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Ok, ich gebe es zu, die letzten zwei Fotos sind nicht aus Tochigi-City sondern Utsonomiya.

Utsunomiya Night Shots

Wieder war ich in Utsunomiya unterwegs und hab Nachts ein paar Schnappschüsse gemacht. Anschließend zum Utsunomiya-Tower, der leider schon zu hatte. Der Ausblick war trotzdem toll. 20:45 Uhr zu Hause, also eine Viertelstunde zu spät. Uhhh. Dabei muss ich doch noch dringend was klären. Oben auf dem Tower kam mir eine Gruppe japanischer Jugendlicher entgegen, die schüchtern, aber voller Enthusiasmus “Hallo” riefen. Irgendwie ist man hier wirklich ein buntes Huhn und wird von allen getestet, betrachtet und neugierig auseinandergenommen. Das ist leider beim subtilen Fotografieren etwas hinderlich, aber andererseits sehr lustig.

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Denn für Samstag haben meine Gasteltern einen Ausflug nach weltberühmtes Nikko angesetzt und am Sonntag Dinner mit Natasha. Nur… Heute kam der Ex-Vorstand Fujii-Sensei in die Schule und lud alle Deutschen zum Essen morgen ein und wollte ebenfalls etwas am Wochenende unternehmen. „Tjaa, sorry Sensei, ich bin verplant“. Das geht so natürlich nicht, also habe ich herausgebracht, dass ich mich noch mit den Eltern abstimmen muss. Er wollte uns unbedingt nach Nikko mitnehmen und hätte auch die Eltern mitgenommen. Nur hatten Michael und Jolinka Nikko bereits gesehen.

Letztendlich kann man es dem Sensei aber nicht wirklich ausschlagen, daher habe ich das einfach alles meinen Gasteltern erzählt, sollen die das auf die korrekte japanische Art regeln. Gemein, ich weiß. Wie ich erfuhr, sind wir nicht die ersten Praktikanten an dieser Schule.

Trotz Zuspätkommens gab es ein fürstliches Abendbrot mit geschmorten Pilzen. Okasan hat ob der Mischung die Hände überm Kopf zusammengeschlagen und grinsend zugeschaut.

In der Schule heute 3D-Grafik und Elektronik, eigentlich nur dagesessen, zugehört soweit möglich, rumgesurft und den Japanern meine exklusive Sammlung westlicher Anime-Musikvideos zukommen lassen.

Für morgen haben sich unsere lieben beiden jungen Lehrer und Lehrerin (ich erinnere, die sind kaum über zwanzig) wieder entschlossen, uns in ein Museum zu entführen und ein wenig Kultur zu zeigen. Ich habe langsam den Eindruck, die sind ganz froh, mal rauszukommen.

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